Elektrothermografie im Gewerbe: Fehler finden, bevor sie ausfallen
Viele Störungen in elektrischen Anlagen kündigen sich an – durch Wärme. Eine lose Klemmstelle oder ein überlasteter Leiter erwärmt sich über Wochen, bevor es zum Ausfall oder im schlimmsten Fall zum Brand kommt. Mit einer Wärmebildkamera lassen sich solche Stellen im laufenden Betrieb finden. Wir erklären, was Elektrothermografie leistet und für wen sie sich lohnt.
- Schwachstellen zeigen sich als Wärmepunkte, lange bevor sie ausfallen.
- Gemessen wird unter Last im laufenden Betrieb – ohne Abschaltung.
- Findet u. a. lose Klemmen, Überlast und Phasenungleichgewicht.
- Ergänzt die DGUV-V3-Prüfung, ersetzt sie aber nicht.
- Befunde zählen erst, wenn sie auch behoben werden.
Wie Elektrothermografie funktioniert
Eine Wärmebildkamera macht Temperaturunterschiede sichtbar. In Verteilungen, Schaltanlagen und an Maschinen zeigen sich Schwachstellen als auffällige Wärmepunkte („Hotspots"). Entscheidend: Die Messung erfolgt unter Last im laufenden Betrieb – es muss nichts abgeschaltet werden, und der Betrieb läuft weiter.
Was sich damit finden lässt
| Befund | Risiko |
|---|---|
| Lose oder korrodierte Klemmstellen | eine der häufigsten Brandursachen |
| Überlastete Leitungen und Stromkreise | Erwärmung, Isolationsschäden, Ausfall |
| Ungleich belastete Phasen | Überlast einzelner Leiter, Störungen |
| Schadhafte Schutzorgane, Schütze, Kontakte | Fehlfunktion im Ernstfall |
| Hotspots an PV-Wechselrichtern, Anschlüssen, Speichern | Ertragsverlust, Brandgefahr |
Viele dieser Fehler sind bei Sichtprüfung oder Messung im spannungsfreien Zustand nicht zu erkennen.
Thermografie ergänzt die Prüfung – sie ersetzt sie nicht
Die wiederkehrende Prüfung elektrischer Anlagen (etwa nach DGUV V3, siehe E-Check & DGUV V3) misst Schutzmaßnahmen und Isolation. Die Thermografie schaut auf etwas anderes: auf das Verhalten der Anlage unter Last. Beides zusammen ergibt ein vollständiges Bild – die Thermografie ist eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz. Passend dazu: Brandschutz in der Elektroinstallation.
Für wen sie sich lohnt
Besonders sinnvoll ist Elektrothermografie dort, wo ein Ausfall teuer oder gefährlich wäre:
- Produktion und Gewerbe mit hoher Last und langen Laufzeiten,
- Hallen, Lager und Objekte mit Brandlasten,
- große PV-Anlagen und Speicher (siehe PV-Wartung & Monitoring),
- Verteilungen in Bestandsgebäuden mit älterer Installation.
Manche Sachversicherer verlangen oder honorieren regelmäßige Thermografie-Prüfungen von Elektroanlagen. Ob das für Ihren Betrieb gilt, steht in den jeweiligen Versicherungsbedingungen und ist einzelfallabhängig.
Alles aus einer Hand
Wir führen Thermografie-Prüfungen durch, werten sie aus und beheben die gefundenen Mängel direkt – Klemmen nachziehen, Bauteile tauschen, Lasten neu verteilen. Als Elektrofachbetrieb aus einer Hand, mit eigenen Fachkräften, ohne Subunternehmer. Auf Wunsch zusammen mit der wiederkehrenden Prüfung Ihrer Anlagen.
Häufige Fragen
Was ist Elektrothermografie?
Was findet eine Thermografie-Prüfung?
Ersetzt Thermografie die DGUV-V3-Prüfung?
Für wen lohnt sich Elektrothermografie?
Verlangt meine Versicherung eine Thermografie?
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Beurteilung. Prüfpflichten, Prüfintervalle und Versicherungsanforderungen sind betriebs-, objekt- und einzelfallabhängig und können sich ändern.
Quellen & weiterführende Informationen
- DGUV – Informationen zur Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel
- VdS Schadenverhütung – fachliche Informationen zur Elektrothermografie und Brandschutz
Externe Links führen zu unabhängigen bzw. offiziellen Stellen; für deren Inhalte sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich. Diese Zusammenstellung ersetzt keine individuelle Beurteilung – maßgeblich sind die jeweils aktuellen Regelwerke und die fachliche Prüfung vor Ort.
Thermografie-Prüfung für Ihren Betrieb anfragen
Wir prüfen Verteilungen, Anlagen und PV im laufenden Betrieb mit der Wärmebildkamera, dokumentieren die Befunde und beheben Mängel direkt – als Elektrofachbetrieb aus einer Hand.
Prüfpflichten, Prüfintervalle und Versicherungsanforderungen sind betriebs-, objekt- und einzelfallabhängig und können sich ändern.