Ein Batteriespeicher macht Ihren selbst erzeugten Solarstrom auch dann nutzbar, wenn die Sonne nicht scheint. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem Verbrauch ab – wir erklären die entscheidenden Punkte.
- Ein Speicher lohnt sich vor allem über hohen Eigenverbrauch – nicht über die Einspeisung.
- Eigenverbrauch steigt typischerweise von ~30 % auf ~60–70 %.
- Faustwert Größe: ~1 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch – nicht zu groß wählen.
- AC- oder DC-Kopplung je nach Neubau oder Nachrüstung.
- Nachrüsten meist möglich – hängt von Wechselrichter & Elektrik ab.
Was bringt ein Batteriespeicher?
Ohne Speicher nutzen Sie tagsüber nur den Strom, den Sie in dem Moment verbrauchen – der Rest fließt für eine vergleichsweise geringe Vergütung ins Netz. Ein Speicher hebt Ihren Eigenverbrauch deutlich an: Strom vom Mittag steht abends und nachts zur Verfügung. Statt teuren Netzstrom zuzukaufen, greifen Sie auf Ihre eigene Erzeugung zurück.
Typische Werte: ohne Speicher ~25–35 %, mit Speicher ~60–80 % Eigenverbrauch. Konkrete Werte hängen von Verbrauchsprofil und Anlagengröße ab.
Wovon hängt die Wirtschaftlichkeit ab?
- Verbrauchsprofil: Wer abends und nachts viel Strom braucht, profitiert stärker.
- Anlagengröße: Die PV-Anlage muss genug Überschuss erzeugen, um den Speicher zu füllen.
- Speichergröße: Zu klein bringt wenig, zu groß rechnet sich schlechter – die richtige Auslegung ist entscheidend.
- Strompreis: Je höher der Preis für Netzstrom, desto wertvoller jede selbst genutzte Kilowattstunde.
AC- oder DC-Speicher?
Speicher werden auf zwei Arten in die Anlage eingebunden. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob Sie neu bauen oder nachrüsten:
| Kopplung | Funktionsweise | Vorteil | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|
| DC-gekoppelt | Speicher vor dem Wechselrichter (Gleichstrom) | geringere Umwandlungsverluste | Neuanlage: PV + Speicher zusammen |
| AC-gekoppelt | eigener Batterie-Wechselrichter am Hausnetz | flexibel, einfach nachrüstbar | Nachrüstung zu bestehender PV |
Welche Speichergröße passt?
| Haushalt | Jahresverbrauch (ca.) | PV-Größe (ca.) | Speicher (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| 1–2 Personen | ~2.500 kWh | 4–6 kWp | ~4–6 kWh |
| 3–4 Personen | ~4.000 kWh | 7–9 kWp | ~6–8 kWh |
| 5+ / kleines Gewerbe | 5.000 kWh+ | 10 kWp+ | ~8–12 kWh |
Grobe Richtwerte – die passende Größe ergibt sich aus Ihrem realen Verbrauchsprofil.
Notstrom bei Netzausfall
Viele Speichersysteme lassen sich mit einer Ersatzstrom- oder Notstromfunktion ausstatten. Wichtig zu wissen: Ersatzstrom und echte Notstromversorgung unterscheiden sich technisch – was in Ihrem Fall sinnvoll und umsetzbar ist, hängt vom System und der Elektrik ab. Wir erklären die Unterschiede im Beratungsgespräch.
Speicher nachrüsten – geht das?
Ja. Ein Speicher lässt sich direkt mit einplanen oder später nachrüsten. Ob die Nachrüstung technisch einfach ist, hängt vom vorhandenen Wechselrichter und der Elektrik ab. Als Elektrofachbetrieb prüfen wir die Kompatibilität und schließen den Speicher normgerecht an.
Unser Ansatz
Wir legen die Speichergröße nach Ihrem realen Bedarf aus – nicht nach Katalog. Elektrik, PV und Speicher kommen aus einer Hand, ausgeführt von eigenen Fachkräften. So passt das System zusammen und ist normgerecht angeschlossen.
Rechenbeispiel: Lohnt sich der Speicher wirklich?
Zahlen sagen mehr als Faustregeln. Ein vereinfachtes Beispiel für einen Haushalt mit einem 8-kWh-Speicher zu einer bestehenden PV-Anlage – die Werte sind Richtwerte, keine Zusage:
| Position | Annahme / Wert |
|---|---|
| Speicher (8 kWh, schlüsselfertig, Richtwert) | ~7.000 € |
| Zusätzlich selbst genutzt durch den Speicher | ~2.200 kWh / Jahr |
| Wert je kWh (Netzpreis 0,35 € − Einspeisung 0,08 €) | ~0,27 € |
| Jährliche Ersparnis (2.200 kWh × 0,27 €) | ~600 € / Jahr |
| Grobe Amortisation | ~12 Jahre |
Vereinfachte Beispielrechnung und Prognose – keine Garantie. Reale Werte hängen von Verbrauchsprofil, Speichergröße und Strompreisentwicklung ab.
Wann sich ein Speicher (noch) nicht lohnt
Ein Speicher ist nicht in jeder Situation die richtige Investition. In diesen Fällen sollten Sie genauer hinschauen:
- Sehr geringer Abend-/Nachtverbrauch: Wer tagsüber ohnehin viel verbraucht, nutzt den Solarstrom auch ohne Speicher direkt.
- Sehr kleine PV-Anlage: Wenn kaum Überschuss zum Laden übrig bleibt, kommt der Speicher selten auf einen vollen Zyklus.
- Überdimensionierter Speicher: Ein zu großer Speicher wird nie voll zyklisiert – zu groß gewählt rechnet er sich schlechter.
- Anschaffung nur über Förderung „irgendwie" tragbar: Wenn der Eigenverbrauch niedrig bleibt, gleicht auch eine Förderung das nicht aus.
Ob sich ein Speicher lohnt, entscheidet sich also nicht am Katalog, sondern an Ihrem realen Verbrauch – daraus ergibt sich auch die passende Größe.
Häufige Fragen
Wie groß sollte mein Batteriespeicher sein?
AC- oder DC-Speicher – was ist besser?
Kann ich einen Speicher nachrüsten?
Habe ich mit Speicher Strom bei Netzausfall?
Angaben zu Einsparungen und Wirtschaftlichkeit sind Prognosen und hängen vom Einzelfall ab. Eine Garantie bestimmter Einsparungen ist nicht möglich. Funktionsumfang von Ersatz-/Notstrom ist systemabhängig.
Quellen & weiterführende Informationen
- HTW Berlin – Stromspeicher-Inspektion – Unabhängiger Effizienzvergleich aktueller Batteriespeicher
- Bundesnetzagentur – EEG-Förderung & Fördersätze – Aktuelle Einspeisevergütung und EEG-Fördersätze
- Herstellerdatenblatt (Beispiel Sungrow SH10RT) – Technische Werte wie Wirkungsgrad, Kapazität und Ersatzstrom laut Hersteller
- Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur) – Pflichtregistrierung von PV-Anlage und Speicher
- § 12 Abs. 3 UStG (Steuersätze) – Gesetzliche Grundlage des Nullsteuersatzes für Photovoltaik
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Speicher richtig auslegen lassen
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Angaben zu Kosten, Einsparungen und Erträgen sind unverbindliche Orientierungswerte bzw. Prognosen und hängen vom Einzelfall ab. Förderungen und der Nullsteuersatz gelten nur unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen. Steuerliche Fragen klären Sie bitte im Einzelfall mit Ihrem Steuerberater.